• Seebrücke Ostsee Timmendorfer Strand
  • Steine am Strand von Timmendorfer Strand
  • Promenade am Kurpark von Timmendorfer Strand
  • Raps bei Timmendorfer Strand, das Licht des beginnenden Sommers
  • Niendorfer Hafen

Dreikönigstreffen der FDP Ostholstein in Timmendorfer Strand am 06.01.2019

Auf dem Dreikönigstreffen im Seeschlösschen sprach der Ortsverbandsvorsitzende Ulrich Herrmann folgendes Grußwort:

Sehr geehrte Ehrengäste und Gäste,

liebe Mitglieder der FDP!

Im Namen des Ortsverbandes der FDP Timmendorfer Strand heiße auch ich Sie alle herzlich willkommen zum 3­Königstreffen 2019.

In der Regel bin ich bemüht, mich über Politik und die politische Debatte nicht allzu sehr aufzuregen. Es wird immer übertrieben, zugespitzt, gezetert. Man gewöhnt sich mit der Zeit daran. Im Moment aber erscheint mir die öffentliche Debatte in diesem Land so weit von der Realität abgelöst, dass es einen die Wände hochtreiben könnte.

Worüber reden wir? Worüber wird berichtet? Die absurde Frage, ob der Islam nun zu Deutschland gehöre oder nicht. Die Angst vor "Überfremdung" und die vor wirtschaftlichem Abstieg. Das scheinen die wichtigsten Probleme zu sein, die uns als Gesellschaft gerade beschäftigen. Und vielleicht der Wiederverkaufswert von Dieselfahrzeugen.

Der Rest der Welt, jedenfalls der Teil davon, der sich überhaupt für Deutschland interessiert, versteht das rein gar nicht. Deutschland wird beneidet.

Ein paar simple Fakten machen klar, woran das liegt.

  • ▪Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist schon jetzt rekordverdächtig niedrig, Kommendes Jahr wird sie der aktuellsten Prognose zufolge auf 2,1 Millionen fallen. Um das mal in einen Bezugsrahmen zu setzen: Noch vor wenigen Jahren war zum Beispiel der Chefökonom des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle der Meinung, eine Arbeitslosenzahl von unter drei Millionen sei in Deutschland prinzipiell unmöglich.
  • ▪Die Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft dagegen wurde gerade leicht nach unten korrigiert, das Bruttoinlandsprodukt soll jetzt etwas weniger wachsen. Trotzdem sind wir sehr reich, und wir werden immer reicher.
  • ▪Deutschland hat ein Gesundheitssystem, um das uns die Welt beneidet - deshalb kommen auch die Scheichs aus den Ölstaaten gern in deutsche Kliniken, wenn sie sich behandeln lassen wollen.
  • ▪Auch das vielgescholtene deutsche Bildungssystem gilt vielen anderen als erstrebenswert - unterhalten Sie sich beispielsweise mal mit einer britischen Studentin, die am Ende ihres kostenpflichtigen Studiums über 58.000 Euro Schulden, das ist dort nämlich der Durchschnitt.
  • ▪Es ist auch gar nicht so, dass die Deutschen nicht wüssten, dass es ihnen gut geht. Sie sind nämlich nicht blöd. Der letzten entsprechenden Umfrage von TNS Infratest zufolge sind 93 Prozent der Deutschen ab 15 mit dem Leben, das sie führen , „sehr“ oder „ziemlich“ zufrieden.    

 

93 Prozent! Der Deutschen! Zufrieden! Das glaubt einem doch keiner! Wenn Sie sich die öffentlichen Debatten so ansehen - haben Sie den Eindruck, dass es so ist?

Selbstverständlich gibt es reichlich zu kritisieren und zu verbessern. In Deutschland existiert soziale Ungerechtigkeit, die Versorgung mit Breitbandanschlüssen ist katastrophal, es gibt zu wenig digitale Bildung, eine sehr ungesunde Nähe zwischen Politik und Automobilindustrie und so weiter. Und ja, es sind seit 2015 1,4 Millionen Flüchtlinge dazugekommen. Was wir, auch darum beneidet uns der Rest der Welt übrigens, dann doch erstaunlich gut verkraften, wenn man mal ehrlich ist.

Ihnen werden wahrscheinlich mit hoher Wahrscheinlichkeit gleich folgende Stichworte einfallen: Scharia! Köln! "Fachkräfte"! "No-Go-Areas"! Moscheen! Vergewaltigungen! Terror! Umvolkung! Grenzen!

Dieser Tenor wird wie immer nicht repräsentativ für irgendetwas sein. Aber irgendwie wird doch wieder der Eindruck entstehen, er reflektiere das, was die Leute hierzulande so umtreibe.

An dieser Stelle würde ich gern noch mal an die 93 Prozent Zufriedenen erinnern.

Ich glaube, dass die Art und Weise, mit der die deutsche Politik der AfD begegnet, ein zentraler Grund für die groteske Realitätsverzerrung ist, der dieses Land kollektiv zu unterliegen scheint.

Wenn wir uns mit dem Islam auseinandersetzen, dann sollten wir das vielleicht auch mit dem entsprechenden Selbstbewusstsein tun. Eine so erfolgreiche Gesellschaft wie die unsere, entstanden aus den rauchenden Trümmern von gleich zwei Diktaturen, wird es ja wohl schaffen, sich nicht von einem Ladenhüter wie politisierter Religion ins Bockshorn jagen zu lassen, oder?

Deutschland ist ein aufgeklärtes, wirtschaftlich geradezu beängstigend erfolgreiches, tolerantes und durchaus widerstandsfähiges Land. Man begegnet der Partei, die korrekterweise "Angst für Deutschland" heißen sollte, nicht effektiv, indem man ihre Angstthemen übernimmt. Und den Ängstlichen, die es ja wirklich gibt, hilft man damit erst Recht nicht.

Man begegnet der Angst, indem man klarmacht, dass eine so erfolgreiche Gesellschaft, ein so erfolgreiches Land wie das, in dem wir leben dürfen, sich nicht von religiösen Fanatikern oder rechtsradikalen Wirrköpfen eine defensive Geisteshaltung aufzwingen lässt. Der Aufklärung  verdanken wir unseren Erfolg,    die Aufklärung wird auch weiterhin der Wegweiser sein, der Religiöses dahin verweist, wo es hingehört: ins Privatleben.

Es ist höchste Zeit, sich angesichts des eigenen Erfolgs mal mit positiven Zukunftsplänen für ein noch erfolgreicheres Deutschland auseinanderzusetzen. Können wir damit jetzt endlich mal anfangen?

 

Ich wünsche dem 3­-Königstreffen 2019 einen guten Verlauf!

Politik ist nicht alles, aber Politik ohne die FDP ist nichts!

 

zurück zur Übersicht

© 2019 CMS & Webdesign by Gutzmann EDV | IT: development and services | Impressum
Members of our management team: Vladimir Krkcznski, CEO, Eulalia Gutzmann, CFO, John Kontrolletti, CIO, Paul Plausi, COO, Hinnerk Armleuchter, Sales, Kain Elust, Supply Chain