• Seebrücke Ostsee Timmendorfer Strand
  • Steine am Strand von Timmendorfer Strand
  • Promenade am Kurpark von Timmendorfer Strand
  • Raps bei Timmendorfer Strand, das Licht des beginnenden Sommers
  • Niendorfer Hafen

Dreikönigstreffen in Timmendorfer Strand

Leider konnte das folgende Grußwort wegen der übervollen Rednerliste nicht gehalten werden.

Liebe Ehrengäste, liebe Parteifreunde,

herzlich willkommen in Timmendorfer Strand zum Dreikönigstreffen!

 

Liebe Freunde von der CDU, haben Sie Ihr Handy wirklich alle auf „leise“ gestellt oder auch ganz ausgestellt?

Und trotzdem werden Sie jetzt gerade geortet. Ihre Überwacher wissen also, dass Sie bei der „schlimmen“ FDP weilen!

 

Die GroKo will die anlasslose Vorratsdatenspeicherung ja ausbauen. Aber wenn ich ständig vom Staat beobachtet werde, kann ich doch nicht frei sein!!

 

Es geht um einen Staat, der zunehmend glaubt, er müsse den Bürger vor sich selbst beschützen.

Politiker einiger Parteien versuchen, die Bürger mit strengen Vorschriften oder sanftem Druck zu richtigem Verhalten anzuleiten. In vielen Fällen helfen die Regeln aber nicht, sondern bedrohen die Freiheit des Einzelnen.

 

Vater Staat umsorgt und behütet, lenkt und motiviert. Er neigt zum Moralisieren und mischt sich gern ein in Wertefragen. Er greift tief in den Alltag der Menschen ein. 

Hinter der Verbotswelle steckt ein pessimistisches Menschenbild. Das Individuum ist in Verruf geraten. Der Staat traut dem Einzelnen nicht mehr viel zu, jedenfalls nichts Gutes. An die Stelle des Homo sapiens tritt der Homo demenz, der betreuungsbedürftige Trottelbürger.

 

Der angebliche Trottelbürger neigt zu Verantwortungslosigkeit und selbstschädigendem Verhalten; er weiß nicht, was gut für ihn ist. Im Straßenverkehr ist er je nach Untersatz als Autoraser oder Kampfradler unterwegs. Er ernährt sich ungesund, isst Grünkohl, trinkt Alkohol und arbeitet bis zum Burnout. Er nimmt für bare Münze, was ihm in der Fernsehreklame erzählt wird. Ihm fehlt die Einsicht in höhere Wirkzusammenhänge wie den globalen Klimawandel. Womöglich raucht er.

 

Der Nanny-Staat hält es für seine Pflicht, dem Bürger zu sagen, was falsch und was richtig ist.

Der dressierte Bürger zahlt einen hohen Preis. Mit jeder neuen Vorschrift verliert er einen Teil seiner Freiheit. Kann es sein, dass der väterliche Staat jene Unmündigkeit, die er seinen Schutzbefohlenen unterstellt, in Wahrheit erst erzeugt?

Was, wenn die Annahmen, auf denen staatliche Regulierung basiert, falsch sind? Sind Politiker und Bürokraten wirklich klüger als die Bürger? 

 

Vertreter der älteren Generation können sich noch gut an Zeiten erinnern, als Butter, Fleisch und eine sonnengebräunte Haut aus Gesundheitsgründen ausdrücklich empfohlen wurden.

Einige Fälle staatlicher Fürsorglichkeit sind so skurril, dass sie es in die Zeitung schaffen. Einem beliebten Hamburger Fischhändler wurde nach einem Schadensersatzprozess auferlegt, ein Hinweisschild an der Verkaufstheke anzubringen mit der Warnung, dass Fische Fischgräten enthalten können. 

 

Die GroKo argumentiert perfide: Die Vorratsdatenspeicherung könne Straftaten verhindern. Das ist aber falsch. Sie kann unter Umständen vielleicht dabei helfen, Straftaten aufzuklären.

So wird Angst erzeugt, Angst vor Straftaten oder Angst vor Terroranschlägen. Der Bürger duckt sich weg. Ihm wird ein Supergrundrecht „Sicherheit“ versprochen. Das kann es aber gar nicht geben! Denn schon Erich Kästner meinte: „Sein wir doch ehrlich, das Leben ist immer lebensgefährlich!“

 

Wir Liberale sagen deutlich: Man verteidigt die Freiheit nicht mit deren Einschränkung!

 

Ich wünsche unserem Dreikönigstreffen einen guten Verlauf.

 

Übrigens: Politik ist nicht alles. Aber Politik ohne FDP ist nichts!

Ulrich Herrmann

 

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