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  • Steine am Strand von Timmendorfer Strand
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Dreikönigstreffen 2017 im Seechlösschen

Grußwort von Ulrich Herrmann: Sehr geehrte Ehrengäste, sehr geehrte Gäste, liebe Parteifreunde und -freundinnen, wieder einmal darf ich sie zum 3KT hier im schönen Seeschlösschen in Timmendorfer Strand begrüßen. Herzlich willkommen!

Es gibt immer die Angst um die Freiheit und die Angst vor der Freiheit.

Die Freiheit wird genossen und gefürchtet,
die Freiheit wird verteidigt und bekämpft,
die Freiheit wird ausgedehnt und beschränkt.

Es gibt auch eine Angst vor der eigenen Freiheit, aber meist ist es Angst vor der Freiheit der anderen.
Wenn die anderen so frei sind, Grenzen zu überschreiten und sich neue Heimatländer suchen,
wenn die anderen so frei sind, ihr Waren zu exportieren und damit in Konkurrenz zu Waren anderer Länder treten,
wenn die anderen so frei sind, für ihre Gleichberechtigung zu kämpfen, als Frauen, als Homosexuelle, als Nichtweiße.

Die Epochenwende in Deutschland nach 1989 begann mit dem Triumph der Freiheit und endet mit dem Wunsch vieler Menschen, diese Freiheit so schnell und radikal wie möglich wieder loszuwerden. Die Freiheit hat sie überfordert. Sie fühlen sich abgehängt, erniedrigt und beleidigt, sie suchen neue Führung, neues Heil: in der Religion, in den Regeln der digitalen Konzerne, in der Obhut autoritärer Politiker.
Alle waren zunächst berauscht von der Freiheit, aber nicht bereit für die Freiheit. Deshalb geben viele ihre Freiheit freiwillig auf.

Zum Glück gibt es uns Liberale, denn wir können mit unserer Freiheit etwas anfangen!!

Wenn mir jemand sagt, Angriffe auf seine Privatsphäre seien ihm egal, weil er nichts zu verbergen habe, dann hole ich jedes Mal einen Stift heraus und notiere meine E-Mail-Adresse.
Ich sage: „Hier ist meine Mail-Adresse. Wenn Sie zu Hause sind, senden Sie mir bitte die Passwörter zu allen Mail-Adressen, die Sie besitzen, nicht nur für die Hauptadressen, die Sie nutzen, sondern für alle. Ich möchte alles lesen und veröffentlichen können, was ich bei Ihnen interessant finde. Denn wenn Sie ein anständiger Mensch sind und nichts Unrechtes tun, dann sollten Sie ja nichts zu verbergen haben.“ Bislang ist noch niemand auf dieses Angebot eingegangen.

Liebe Freunde von der CDU, haben Sie Ihr Handy wirklich alle auf „leise“ gestellt oder auch ganz ausgestellt?
Und trotzdem werden Sie jetzt gerade geortet. Ihre Überwacher wissen also, dass Sie bei der FDP weilen!

Die GroKo will die anlasslose Vorratsdatenspeicherung ja ausbauen. Aber wenn ich ständig vom Staat beobachtet werde, kann ich doch nicht frei sein!!

Es geht um einen Staat, der zunehmend glaubt, er müsse den Bürger vor sich selbst beschützen.
Politiker einiger Parteien versuchen, die Bürger mit strengen Vorschriften oder sanftem Druck zu richtigem Verhalten anzuleiten. In vielen Fällen helfen die Regeln aber nicht, sondern bedrohen die Freiheit des Einzelnen.

Vater Staat umsorgt und behütet, lenkt und motiviert. Er neigt zum Moralisieren und mischt sich gern ein in Wertefragen. Er greift tief in den Alltag der Menschen ein.
Hinter der Verbotswelle steckt ein pessimistisches Menschenbild. Das Individuum ist in Verruf geraten. Der Staat traut dem Einzelnen nicht mehr viel zu, jedenfalls nichts Gutes. An die Stelle des Homo sapiens tritt der Homo demenz, der betreuungsbedürftige Trottelbürger.

Der angebliche Trottelbürger neigt zu Verantwortungslosigkeit und selbstschädigendem Verhalten; er weiß nicht, was gut für ihn ist. Im Straßenverkehr ist er je nach Untersatz als Autoraser oder Kampfradler unterwegs. Er ernährt sich ungesund, isst Grünkohl, trinkt Alkohol und arbeitet bis zum Burnout. Er nimmt für bare Münze, was ihm in der Fernsehreklame erzählt wird. Ihm fehlt die Einsicht in höhere Wirkzusammenhänge wie den globalen Klimawandel. Womöglich raucht er.

Der Nanny-Staat hält es für seine Pflicht, dem Bürger zu sagen, was falsch und was richtig ist.
Der dressierte Bürger zahlt einen hohen Preis. Mit jeder neuen Vorschrift verliert er einen Teil seiner Freiheit. Kann es sein, dass der väterliche Staat jene Unmündigkeit, die er seinen Schutzbefohlenen unterstellt, in Wahrheit erst erzeugt?
Was, wenn die Annahmen, auf denen staatliche Regulierung basiert, falsch sind? Sind Politiker und Bürokraten wirklich klüger als die Bürger?

Vertreter der älteren Generation können sich noch gut an Zeiten erinnern, als Butter, Fleisch und eine sonnengebräunte Haut aus Gesundheitsgründen ausdrücklich empfohlen wurden.
Einige Fälle staatlicher Fürsorglichkeit sind so skurril, dass sie es in die Zeitung schaffen. Einem beliebten Hamburger Fischhändler wurde nach einem Schadensersatzprozess auferlegt, ein Hinweisschild an der Verkaufstheke anzubringen mit der Warnung, dass Fische Fischgräten enthalten können.

Die GroKo argumentiert perfide: Die Vorratsdatenspeicherung könne Straftaten verhindern. Das ist aber falsch. Sie kann unter Umständen vielleicht dabei helfen, Straftaten aufzuklären.
So wird Angst erzeugt, Angst vor Straftaten oder Angst vor Terroranschlägen. Der Bürger duckt sich weg. Ihm wird ein Supergrundrecht „Sicherheit“ versprochen. Das kann es aber gar nicht geben! Denn schon Erich Kästner meinte: „Sein wir doch ehrlich, das Leben ist immer lebensgefährlich!“

Wir Liberale sagen deutlich: Man verteidigt die Freiheit nicht mit deren Einschränkung!

Ich wünsche unserem Dreikönigstreffen einen guten Verlauf.

Übrigens: Politik ist nicht alles. Aber Politik ohne FDP ist nichts!!

Und nachher beim Grünkohl, hau´n Sie rein! Grün muss weg!!

PS: Leider konnte dieses Grußwort aus Zeitgründen nicht gesprochen werden.

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