• Steine
  • Einkaufspassage an der Promenade
  • verlockende Ostsee vor Timmendorfer Strand
  • Blick von der Promenade
  • Fischerboote im Niendorfer Hafen
  • Raps im Sommer bei Timmendorfer Strand

Demografischer Wandel und Ortspolitik

Unter den gegebenen Bedingungen gibt es für eine Kommune nichts Teureres, als Einwohner zu verlieren. Der Teufelskreis "Schrumpfung - Finanzdefizit - Strukturprobleme und weitere Verschlechterungen" muss unterbrochen werden. Deshalb müssen alle Anstrengungen auf die beeinflussbare Binnenwanderung gerichtet werden. Die anderen wichtigen Bestimmungsfaktoren der Bevölkerungsentwicklung sind von kommunaler Seite nicht steuerbar. Zuzugsfaktoren wie Fortzugsfaktoren und -absichten spielen hier eine wichtige Rolle.

Die Wirtschaftskrise stellt die Entwicklung der Beschäftigungssituation für die nächsten Jahre in Frage. Die Kommunen müssen mit negativen Einflüssen auf die Haushaltseinnahmen rechnen. 

Konsequenz aus dieser Situation muss sein, anstelle einer vollständigen Abkehr vom Leitbild des kommunalen Wachstums auf eine revidierte flexible Perspektive zu setzen, die sich auf die Chancen eines leichten Einwohnerrückgangs oder auch eines Zugewinns konzentriert. Sonst besteht die Gefahr, mittels düsterer Prognosen dafür zu sorgen, dass diese auch eintreten.

 

 Das öffentliche Bewerben einer solchen Politik ist deshalb eine wesentliche Voraussetzung für ihr Gelingen. Hierzu können alle Institutionen (Verwaltung, Schulen, Parteien, Vereine, Unternehmen etc.) im Rahmen eines informellen Netzwerkes beitragen. Die gute Position unserer Gemeinde kann nicht nur als Kapital eingesetzt werden, um eine positive Weiterentwicklung zu fördern  sie kann auch bei zunehmender Konkurrenz auf kommunaler Ebene zu einem entscheidenden Differenzierungsfaktor werden. Der Planungshorizont ist pragmatisch zu wählen, denn der hier relevante Zeitraum reicht insgesamt bis 2030. Dieser Wendepunkt markiert den Renteneintritt des geburtenstärksten Jahrganges (1964). 2030 wird die Bundesrepublik Deutschland  bei darüber hinaus sinkenden Werten  voraussichtlich etwa 75 Millionen Einwohner haben.

Zukunftsorientierte Generationenpolitik 

Generationenpolitik muss als Querschnittsaufgabe der Politik verankert werden. Alle politischen Gestaltungsaufgaben müssen auch unter Gesichtspunkten der Generationengerechtigkeit diskutiert werden. Die Rolle der älteren Bürgerinnen und Bürger wandelt sich grundsätzlich und ihr Einfluss, ihre Interessen und Forderungen an die Kommune werden für deren weitere Entwicklung zunehmend wichtiger. Die Kommune muss alle Bemühungen um eine stärkere Selbstorganisation der Älteren unterstützen und auch dafür Sorge tragen, dass die Gemeinschaft das Wissen und die Erfahrungen dieser Gruppe nutzen kann. Lebenslanges Lernen gilt für alle. Hier bieten sich vielfältige Möglichkeiten an, deren Organisation und Inhalte eine Kommune am besten auch denen überlässt, die das Wissen haben. In diesen Zusammenhang gehören auch Belange der Verkehrspolitik, Bildungspolitik und der Gesundheitsversorgung. Mehr und mehr zum Standortfaktor wird auch eine kinder und familienfreundliche Politik.

Die Vielzahl unserer Vereine ist ein besonderes Merkmal der Timmendorfer Sozialstruktur. Deren Unterstützung und Einbindung kann im Dialog der Generationen nicht hoch genug veranschlagt werden. Die mit den vielfältigen Vereinsaktivitäten verbundenen Bindungskräfte an die Gemeinde sind ein Positivum. Die Bedeutung ehrenamtlicher Funktionen wächst wegen der Veränderungen der kommunalen Leistungsfelder; sie muss gestützt und auch genutzt werden. Vielfach wird die Reaktion der Politik auf die Problematik des demographischen Wandels stark verkürzt als Thematisierung der Beschäftigung mit den Problemen junger und alter Bürger  Krippen, Altersheime etc.  wahrgenommen. Vor einer solchen Perspektive muss gewarnt werden. 

Öffentliche Infrastruktur

Prinzipiell geht mit einer schrumpfenden Bevölkerungszahl ein Weniger an Nachfrage nach kommunalen Dienstleistungen einher. Die Struktur der nachgefragten Leistungen ändert sich dabei ebenfalls. Das Verhältnis von Zentralisierung und dezentraler Vor-Ort-Erfüllung wird sich weiterhin ändern und eine neue Balance suchen. Diese Überlegungen beziehen sich auf Versorgung, Entsorgung, Wasser etc., aber auch auf Feuerwehr, Rettungsdienste und andere Leistungen. Die aktuelle Diskussion der Kürzung solcher Dienste seitens des Bundesinnenministeriums ist hier von Bedeutung. Prinzipiell ist der Rang einer Kommune in der Region direkt an die zentralen Einrichtungen und Dienste gebunden, die mit dieser in Verbindung gebracht werden.

Der Kinderbetreuung und der Bildung kommen prinzipielle Bedeutung zu. Bezüglich der Kinderbetreuung ist es notwendig, potenziellen Eltern frühzeitig zu vermitteln, dass Timmendorfer Strand als Wohnort unter diesen Gesichtspunkten erste Wahl ist. 

Der Ausbau von Kindergärten und der Betreuung der unter Dreijährigen ist weiter zu forcieren. Es gilt das Prinzip der Subsidiarität: Kindergärten müssen unabhängig von ihrem Träger  gefördert werden. Insbesondere in überbetrieblichen Initiativen, die mit der Errichtung von Betriebskindergärten auch eine personalpolitische Funktion erfüllen, ist ein zukunftsfähiges Konzept zu sehen.  

Anstatt Infrastruktureinrichtungen zu erweitern, müssen Überlegungen angestellt werden, welche alternativen Nutzungsformen für nicht mehr benötigte Objekte realisiert werden können. Die Kosten, die durch Unterauslastung und Unterhaltung entstehen, treffen letztlich den Bürger. Bestehende wirtschaftlich arbeitende Institutionen müssen weitere Optionen suchen, ihre Leistungen anzubieten. 

Gute Verkehrsanbindungen sind notwendig, um Fortzüge von Bewohnern zu vermeiden und um die örtlichen Arbeitsplätze attraktiv zu halten.

Demographischer Wandel als Querschnittsaufgabe der Politik

Die Herausforderungen der demographischen Entwicklung sind komplex. Sie können nicht durch eine verengte Perspektive als Aufgabe sozialer Sicherung angegangen werden, wie aktuell immer wieder zu beobachten ist. Alle wesentlichen Faktoren dieser Entwicklung müssen gesehen werden, eine z. B. ausschließlich auf die Familie bezogene Politik bleibt unzureichend. 

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